Meine Erfahrungen
Auch nach mehr als 40 Jahren Berufserfahrung begeistert mich an der Arbeitsweise nach Schlaffhorst-Andersen vor allem, wie individuell sie eingesetzt werden kann.
Nicht jeder Mensch braucht dieselben Übungen oder denselben Weg. Die Arbeitsweise lässt sich an die persönliche Lebenssituation, den Alltag, an verschiedensten Erkrankung und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Teilnehmer können mitentscheiden, welche Übungen ihnen guttun und was sie für sich mitnehmen möchten.
So entsteht eine angenehme Zusammenarbeit. Jeder darf in seinem eigenen Tempo arbeiten und die Sitzung auf seine Weise als wohltuend und erholsam erleben.
Eine kurze Betrachtung des Alltags:
Atem - Sprech und Stimmlehrer begegnen uns anders ...!
Man geht spazieren, einkaufen, steht an der Bushaltestelle, oder sitzt im Restaurant.
Manche Menschen grüßen sich, andere schweigen und wiederum andere ziehen sich zurück.
Man nimmt Begegnungen aus der Nähe und auch aus der Entfernung wahr.
Unsere Aufmerksamkeit kann sich nie ganz entziehen.
Es wird berührt, geschubst, bedrängt, beschimpft, aber auch erfreulicher weise angelächelt.
Ist man den leisen Klängen gerade zugewandt, werden diese aufmerksamen Gefühle oft von plötzlich auftretenden Platzhirschen, kraftstrotzenden Energiebündeln gestört und überdeckt.
Man wird gezwungen laut aufmerksamer zu sein, um sich an der neu entstehenden Situation gezielt ausrichten zu können.
Plötzlich fühlt man ein Gefühl aufsteigender Erholung, weil die eigenen Augen den Blick auf eine Person oder Gruppe ausgerichtet haben.
In unsere Aufmerksamkeit rückt ein Mensch mit weichen, fließenden und runden Bewegungen und einer belebenden Stimme.
Er strahlt eine Dynamik und Lebendigkeit aus, bedrängt aber nicht.
Er wirkt zugewandt und dennoch distanziert damit mein eigener Raum nicht bemächtigt wird.
Der geschmeidig starke Gang vollzieht sich kraftvoll um seine eigene Körpermitte, so dass ein Betrachten bereits schon Wirkung auf mich überträgt.
Das Betrachten und zuhören wirkt erholsam.
Diese Erfahrung lässt sich nicht zuordnen, es bedarf aber auch keiner Wertung.
Es tut einfach nur gut!
Es begegnet mir nicht, es fließt mir zu.
Diese absolute Ruhe, die dennoch dabei Lebendigkeit erlaubt, ohne dabei den natürlichen Fluss in der körperlichen Ausstrahlung zu verlassen, zeigte kein Aggressivität oder Gehetztsein.
Solche Begegnungen schenken Entspannung und eine aufhellende und heitere Stimmung zurück.
Transfer in den Alltag
Das typisch "Schlaffhorstische" in allen Lebenssituationen findet nicht nur fachspezifisch statt, sondern in allen Fächern, Lebensbereichen und Tätigkeitsfeldern, sodass die Lehre in jeden Augenblick des Lebens integriert werden kann.
Es könnte darauf geachtet werden, wie Schüler sitzen, sich konzentrieren, sprechen, schreiben, beim Treppenlaufen, von einer Stunde in die andere Stunde kommen, sich beim Essen verhalten, damit sich dass atemrhythmische Wohlempfinden integrieren lässt, also das andere Verhalten immer stärker ins Bewusstsein dringt.
Das bewusste Erspüren im eigenen Körper, während man wissenschaftliche Erkenntnisse lernen muss, erleichtert und entlastet alle Ebenen der Pädagogik, Psychologie und Geistesleistungen, von vielen überflüssigen, unnötigen, künstlich gezüchteten Problemen, welche sofort sichtbar reduziert werden, wenn nicht sogar gänzlich verschwinden.
Das Besondere was hier zum Tragen kommt, dass nicht nur die primär notwendigen Probleme der Psychologie und Pädagogik übrig bleiben, sondern auch die zu begleitenden Schwierigkeiten besser selektiv erkannt werden.